billiger wird zum Marktplatz mit der Solute Order Platform (SOP)

billiger wird zum Marktplatz mit der Solute Order Platform (SOP)

Auch der Preisvergleichsdienst billiger.de, gehörend zu solute gmbh, soll zu einem Marktplatz werden und den Kunden ermöglichen, Artikel direkt auf billiger.de zu kaufen. Das Feature nennt sich "ExpressKauf" und ermöglicht den Händler auf Provisionsbasis zu verkaufen.

Mit diesem Schritt schliesst billiger.de zu idealo.de auf, die seit Ende 2016 auf dem Weg sind, die idealo-Plattform von einem reinen Preisvergleich auf CPC-Basis mit Klick-out zum Shop zu einem vollwertigen Marktplatz umzubauen, auf dem die Kunden nicht nur die Artikel suchen, finden und vergleichen, sondern auch direkt kaufen können ohne in den jeweiligen Shop wechseln zu müssen.

Auch bei SOP von billiger läuft der komplette Checkout-Prozess über die Plattform von billiger.de, inklusive der Zahlungsabwicklung. Der Händler bekommt im Anschluss an die Bestellung eine Nachricht mit allen relevanten Daten.

Provision statt Klickpreis

Es hat für Händler Charme, statt für jeden durchgereichten Interessenten (Klick) ein paar Cent an die Plattform zu überweisen (CPC), für real getätigte Verkäufe eine festgeschriebene Provision, also Erfolgsvergütung zu zahlen. Zumal die Conversion Rate bei den Preisvergleichen (und hier auch bei billiger.de) oft unterirdisch ist. Es bleibt immer das ungute Gefühl für Klicks zu zahlen, die eventuell nicht von Kaufinteressenten stammen und damit auch keine Chance auf einen Verkauf bieten.

Den ExpressKauf auf billiger gibt es für Provisionen zwischen aktuell 5 und 10% vom Warenkorbwert, abhängig vom Sortiment der Artikel.

Marktplatz billiger.de nutzen mit Ihrem Shop

Wenn Sie bereits den Preisvergleich auf billiger.de nutzen und Ihr Sortiment dort online haben, dann benötigt es nicht viele Änderungen an der Schnittstelle, um am SOP-Programm teilzunehmen. Es müssen lediglich 2 Spalten im Datenfeed angefügt werden, die SOP-spezifisch sind: delivery_sop und stock_quantity.

Was übermitteln diese Spalten für das jeweilige Produkt? Mit stock_quantity setzen Sie den Lagerbestand des Artikels fest, der über billiger.de direkt verkauft werde soll. Das kann der tatsächliche Lagerbestand sein oder auch nur eine Teilmenge, mindestens aber 1.
In der Spalte delivery_sop stellen Sie für jeden Artikel ein, ob dieser über das SOP-Programm auf billiger.de verkauft werden kann oder nicht. Sie können als mögliche Wert "yes" oder "no", "ja" oder "nein", "1" oder "0" oder auch "true" bzw. "false" übergeben. Mit yes, ja, true bzw. 1 als Wert, wird der entsprechende Artikel so bei billiger.de eingestellt, das er auf billiger.de gekauft werden kann. Mit false, nein, no oder 0 wird der Artikel nur im Preisvergleich gelistet. Der interessierte Besucher wird wie bisher gehabt über einen Klick-out in Ihren Shop übergeben und kann dann dort den Artikel bestellen.

Macht eine Teilnahme am ExpressKauf von billiger.de Sinn?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Sind Sie eher ein Freund davon, nur im echten Erfolgsfall (also einem Verkauf) eine Provision zu zahlen und sind Ihnen die Abrechnung der Portale auf Basis der übergebenen Klicks eher lästig, dann sollten Sie testen. Auch wenn Sie keinen mobiltauglichen Onlineshop haben wäre es überlegenswert, denn Kaufabbrüche kommen auch zu Stande, wenn Kaufinteressierte mit dem Handy die Preissuche nutzen und dann in Ihren Shop die kleine Standardansicht bekommen, die mit dem Smartphone kaum navigierbar ist. Die billiger.de ist mobiltauglich bzw. bietet billiger.de auch eine App.

Was Sie über die Abwicklung der Sales nicht erreichen können, wäre ein Cross- bzw. Upselling, wie es über Ihren Shop machbar ist. Denn zusätzliche, passende Produkte aus Ihrem Sortiment werden nicht eingeblendet. Und auch die Chance, den Kunden direkt für Ihren Newsletter zu gewinnen ist nicht da.

Fazit

billiger.de wird sich mehr und mehr zum Marktplatz entwickeln. Ob Sie die zusätzlichen Features oder weiterhin nur den klassischen Preisvergleich nutzen, wägen Sie für sich ab. Zur Stärkung der eigenen Marke und des eigenen Onlineshops trägt die Nutzung des Marktplatzes aber sicher nicht bei.

Ronny Wangelin ist Gründer und Entwickler des ShopCockpit und Geschäftsführer der ShopCockpit UG. Seit 2000 im eCommerce aktiv mit eigenem Shop, später zusammen mit Alexander Hupe mit eigener eCommerce-Agentur. Das Onlinemarketing für Onlineshops und hier speziell das Produktmarketing in Preisvergleichen und auf Marktplätzen, dafür ist Ronny Ihr Experte.