Das 5. E-Commerce Camp 2017 - Ein Recap

Das 5. E-Commerce Camp 2017 - Ein Recap

Jena im März. Das heisst für Entwickler, Agenturen und Shopbetreiber, es ist Zeit für das E-Commerce Camp. Und in diesem Jahr fand es schon zum fünften Mal statt.

Und so hieß es vom 16. bis zum 19. März: #HighFive. Klassentreffen der E-Commercler. Ich war bisher bei allen Camps dabei und war gespannt, wie sich das 5te dann entwickelt, denn das Vierte war, sagen wir mal, so mittel. Etwas zu viel Verkaufsveranstaltung, zu wenig Substanz zeichneten etliche Sessions beim 2016er Camp aus.

Da wir alle aber einen offenen Austausch untereinander pflegen und die Punkte im letzten Jahr auch offen mit den Veranstaltern marmalade GmbH und Tritum GmbH besprochen hatten, war meine Freude auf die Veranstaltung wie jedes Jahr groß - wie auch die Erwartungen.

Wir als ShopCockpit hatten uns in diesem Jahr entschlossen, das Camp als Agentursponsor zu unterstützen. Und wir waren in voller Mannstärke anwesend.

E-Commerce-Camp Jena 2017

Donnerstag. Anreise und die Hotelbar

Mit das Schönste am Camp: Das Ankommen im Steigenberger. Denn eigentlich immer sitzt schon jemand in der Lobby bei Kaffee oder Bier. Also schnell die Sachen aufs Zimmer und wieder runter in die Lobby.

Da Alexander in diesem Jahr auf Mac umgestiegen ist, traf es sich wunderbar, das mit Stefan Peter Roos (aka DER SPR) und Markus Merkl (aka tabsl) zwei Cracks schon früh anreisten.
Damit waren Stunden gefüllt mit Fachsimpelei zum Thema Apple, MacBook, Tools, wie mache ich was. Dank der beiden und deren Tipps hatte sich das Camp für Alexander schon am Donnerstag Abend gelohnt :-).

Donnerstag Abend, das Get Together

Auftakt zum Camp ist immer der Donnerstag Abend, mittlerweile auch schon traditionell im Gasthaus „Zur Noll“. Lockeres ankommen und erstes „Hallo“ zu vielen Bekannten, die wir teilweise nur auf diesem Event sehen. Bier und gutes Essen, so wird es ein runder Abend. Dank an OXID, die aus dem fernen Schwarzwald wieder ein paar Kästen Tannenzäpfle-Bier mitgebracht haben.
Es war ein toller Abend mit vielen Gesprächen und fantastischer, erwartungsvoller Auftakt ins Camp.

Freitag & Samstag ist Unterricht

Am Freitag früh startete die Crowd dann Richtung Ernst-Abbe-Fachhochschule. Bei lecker Frühstück wurden dann Sessions geplant. Etwas, das immernoch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, es geht eigentlich erst gegen Mittag los. Klasse, wenn es viele Sessionvorschläge gibt. Schade, denn in den 2,3 Stunden könnte auch schon was gehen.

Die Sessions selbst, also jedenfalls die, die Alexander und ich besuchten, waren durchweg gut bis Spitzenklasse. Das hat in diesem Jahr richtig Spass gemacht! Sehr viel Substanz, ganz wenig BlaBlaBla.

Richtig unterhaltsam ging es zum Beispiel bei der Session „Microservices im E-Commerce -Heiliger Gral oder Buzzword des Jahres?“​ zu.
Pierluigi Meloni (nein, kein Fantasiename) von OXID eSales hielt eine lockerfluffige, unterhaltsame Session über das Für und Wieder, die Erwartungen und Realtäten. Das alles gespickt mit von ihm handgemalten Slides: Top!

Und richtig gerockt haben die Sessions „7 Tricks für einen früheren Feierabend und Kunden, die Dich als Rockstar feiern“​ und „Fünf fette Fuck-Ups bei großen Shop-(Re)Launches“ ​mit Jan Persiel und Dennis Reimann. Es ging weniger um tiefe Technik als witzige Einblicke in den Entwickler-/Agenturalltag. Da kam oft das „Kennste! Kennste, wa!“ -Gefühl auf. Fantastische Session, die beiden Männer haben zu Recht den mit Ruhm und Ehre verbundenen Großen Siegerpokal für die beste Session gewonnen. Glückwunsch!

Auch der Marketing-Part, den ich mir meistens angeschaut habe, kam bei diesem Camp nicht zu kurz, hatte in diesem Jahr aber deutlich mehr Qualität. Ich war vor den ersten beiden Sessions echt skeptisch, denn im letzten Jahr und auch 2015 war das meistens die Hölle. Reine, uninspirierte Verkaufsveranstaltungen nach dem Motto „Ich hab das ein tolles Produkt“. Aber in diesem Jahr: besser.

Technisches SEO und interne Verlinkung für Onlineshops war gut. Fachlich fundiert und kein Frontalunterricht, sondern auch immer mal wieder Diskussionen zu den einzelnen Punkten. So muss BarCamp!

Auch stark die Session von Michael Keukert, der uns in seiner Session erläuterte, wie man es schafft, das unser Newsletter garantiert nicht geöffnet wird und warum das eine gut Sache ist. Tolle, kurzweilige Session mit viel Nutzwert. Jedenfalls für mich.

Die Sessions zum Thema Newsletter von den inxmail-Männern Herbert Hohn und Michael Kreuzpaintner waren ok, aber irgendwie fühlte sich das uninspiriert oder gar lustlos an. Das ginge sicher besser, das Thema Newsletter ist ja eigentlich ein Spannendes.

Die Sessions zu den technischen Themen waren allesamt gut, da merkte man, das die, die da reden, wussten wovon sie reden. „Dein Shop wurde gehackt und du hast es nicht gemerkt“ von Thomas Lohner war auch ein starker Vortrag, bei dem der eine oder andere sicherlich auch ins Grübeln kam.
Alles in allem war das wieder ein tolles, inhaltlich starkes Camp, denn auch die Sessions am Samstag waren top.

Einziger „Ausrutscher“ war die Session zum Thema BI in Preissuchmaschinen, ein Thema das mich dann doch mit am stärksten interessierte und aus dem man hätte etwas machen können. Oder besser gesagt hätte es mich interessiert, was für Lösungen und Ideen die Kollegen da haben. Aber die Session war nach gefühlten 10 Minuten zu Ende (Normale Sessionzeit: 60 Minuten) und wir hatten bis dahin erklärt bekommen, das der entsprechende Shop die Preise seiner Mitbewerber auf idealo crawlt und dann die eigenen Preise anpasst. Und wie im Nachgang versucht wird, die Kunden zu binden, um sie nicht wieder von idealo abholen zu müssen. Jedenfalls hab ich es so verstanden, aber hatte irgendwann auch im Kopf zu gemacht.
Nach der 10-Minuten-Session hatten wir dann aber spontan eine angeregte Unterhaltung zum Thema Preissuchmaschinen und Marktplätze, deren Vor- bzw. Nachteile, Kosten und Nutzen.

Und das genau ist es, was mir auch in diesem Jahr wieder gefehlt hat.
Mal eine Podiumsdiskussion oder einfach mal ne Stand-up-Diskussion. Eine Session ohne Slides oder Raster, eine in der zum Thema diskutiert wird.
Es wird zwar in jeder Session dazu eingeladen Fragen zu stellen, aber Diskussionen entstehen daraus selten, will der Redner seine Präsentation zu Ende durchführen.

Ich persönlich finde aber, das genau aus dem Austausch, dem Diskutieren untereinander der Mehrwert einer solchen Veranstaltung entsteht.
Ich habe es auf anderen Veranstaltungen z.B. genossen, das die Session vom Sessioninhaber ein Thema bekam, meist als gewagte These, und das diese These dann in den ersten 5-10 Minuten „verkauft“ wurde. Und danach durfte sie zerrissen werden.
So kamen angeregte Diskussionen zu Stande, Rede und Gegenrede, praktische Beispiele trafen auf theoretische Konstrukte. In der Regel verfliegt die Zeit und man geht wach, motiviert und klüger aus solchen Sessions raus, hat sich aktiv mitgestaltet.

Aber: Das ist von meiner Seite „Jammern auf hohem Niveau“, denn diese Camp war von der Qualität der Sessions und der Redner wieder eines der Besseren!
Ein grosses Lob und ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an alle Redner!

Sonst noch was? Achja, die Party!

Und wie üblich gab es am Freitag Abend auch noch die obligatorische Party. Die Location war diesmal wieder top, die Musik auch. Es wurde ordentlich getrunken, wenig getanzt und viel in Gruppen genetzwerkt.

Fazit

Rüdiger meinte treffend und sinngemäß, das wir doch hauptsächlich wegen dem Quatschen und dem Wiedersehen da sind. Das ist ganz sicher der mindestens genauso wichtige Teil des Events.
Sich gegenseitig wieder auf den neuesten Stand zu bringen und auch das eine oder andere Geschäft anzubahnen. Sich in den Pausen und an der Hotelbar lange und intensiv zu unterhalten.
Aber auch inhaltlich war dieses Camp wieder die Reise. Dümmer bin ich ganz sicher nicht geworden. Im Gegenteil, ich habe wieder viele neue Ideen mitgenommen, neue Leute kennengelernt und Motivation gesammelt.

Und so ist es für mich wie in jedem Jahr: Nach dem Camp ist vor dem Camp und die Freude auf Jena 2018 ist schon da.

Und für alle, die bei den ersten 5 Camps nicht dabei waren: Beim 6. muss es klappen! Wir sehen uns im März 2018 in Jena.

Ein Dank an...

..dieser Stelle nochmals und ausdrücklich an das Orga-Team und alle Sponsoren und fleissigen Helfer, die dieses Camp wieder auf die Beine gestellt, unterstützt, ermöglicht und durchgeführt haben. Vielen Dank!

Ronny Wangelin ist Gründer und Entwickler des ShopCockpit und Geschäftsführer der ShopCockpit UG. Seit 2000 im eCommerce aktiv mit eigenem Shop, später zusammen mit Alexander Hupe mit eigener eCommerce-Agentur. Das Onlinemarketing für Onlineshops und hier speziell das Produktmarketing in Preisvergleichen und auf Marktplätzen, dafür ist Ronny Ihr Experte.