Paketlieferung an die Haustür bald nur noch gegen Extragebühr?

Paketlieferung an die Haustür bald nur noch gegen Extragebühr?

In den letzten Wochen, insbesondere seit dem Beginn des Weihnachtsgeschäfts und damit in der absoluten Hochzeit für den Versandhandel und der Paketdienste, melden sich eben diese vermehrt zu Wort. Jüngst war es Boris Winkelmann, Chef von DPD, der sich in der Wirtschaftswoche so äußerte: „In der Zukunft kann es so kommen, dass die Paketdienste standardmäßig an den Paketshop liefern und die Lieferung zur Haustür dann zum Beispiel 50 Cent kostet.“. Und Frank Rausch, Geschäftsführer von Hermes in Deutschland pflichtet ihm bei: „Die Zustellung an die Haustür muss angesichts des hohen Aufwandes teurer werden.“.

Erleben wir bald, dass sich die bequemen und günstigen Zeiten für Kunden von Onlineshops dem Ende nähern? Seit Jahren arbeiten alle beteiligten am Markt daran, den Service zu verbessern, den Kunden das Einkaufserlebnis so angenehm, bequem und günstig wie möglich zu gestalten. Kostenfreie Lieferung selbst ab geringen Bestellsummen ist heute im Grunde der Standard in jedem Onlineshop. Der Kunde akzeptiert kaum mehr etwas anderes. Amazon legt mit mit prime gar eine Versandkostenflatrate auf, Rakuten zog kürzlich nach und bietet seinen "Rakuten Club" - Mitgliedern ebenfalls eine Versandkostenflatrate.

Auch bei den Lieferzeiten ist seit Jahren Amazon die Benchmark und die Onlinehändler versuchen auf ähnliche Servicelevel nachzuziehen. Kaum mehr eine Lieferung die eine Woche benötigt, um beim Kunden anzukommen. Am nächste, spätestens am übernächsten Tag klingelt der Paketbote beim Kunden mit der Lieferung. Und auch hier sind schon die nächsten Servicesteigerungen in der Diskussion und Erprobung: Same-Day bzw. Same-Hour-Delivery.

Paketdienste an Ihren Grenzen?

Der Versandhandel, die eCommerce-Branche, werden in diesem Jahr das stärkste Weihnachtsgeschäft in der Geschichte haben, gerechnet auf das Paketvolumen.
Nie zuvor wurden so viele Pakete versendet. Die Paketdienste scheinen mit den Volumina an Ihre Grenzen zu stoßen. Es wurden Mengenobergrenzen mit den Kunden vereinbart, darüber mehrfach nachgedacht, das die Preise für die Paketlieferungen wieder steigen müssen und nun, das die Lieferung vielleicht nicht mehr an die Haustür erfolgen solle, sondern in einen Paketshop oder eine Packstation. Und wer auf eine Lieferung nach Hause besteht, der möge diese extra bezahlen.

Fazit

Nach dem Weihnachtsgeschäft ist vor dem Weihnachtsgeschäft und ich denke, wir werden uns in den nächsten Wochen und Monate auf frische “Ideen” aus den Marketingabteilungen der Paketdienste freuen dürfen. Wenn, wie zuletzt, so oft in verschiedenen Medien die Chefs mit ihren Gedanken zu Preisen und Service auftauchen, dann ist das sicher die Vorbereitung auf das, was uns zeitnah erwartet. Für die Händler bleibt, dass sie trotz aller Bemühungen und Verbesserungen im Shop und den Abläufen auf den Dienstleister angewiesen sind, der die Lieferung zum Kunden bringt. Und hier scheint sich eine Baustelle aufzutun, die die wenigsten wohl auf dem Radar hatten.

Ronny Wangelin ist Gründer und Entwickler des ShopCockpit und Geschäftsführer der ShopCockpit UG. Seit 2000 im eCommerce aktiv mit eigenem Shop, später zusammen mit Alexander Hupe mit eigener eCommerce-Agentur. Das Onlinemarketing für Onlineshops und hier speziell das Produktmarketing in Preisvergleichen und auf Marktplätzen, dafür ist Ronny Ihr Experte.