Preisvergleiche - Wissen von A-Z

Preisvergleiche - Wissen von A-Z

Seit das Internet in den 90er Jahren in immer mehr Haushalten Einzug hielt professionalisierte sich fast zeitgleich auch der Handel von Waren im Internet. Der E-Commerce war geboren. Zahlreiche Händler und Hersteller stellten Ihre Produkte online zum Verkauf. Die neue, immer größer werdende Zielgruppe “Onlineshopper” verhieß wachsenden Umsatz und Gewinn.

Die stetig wachsende Sortimentstiefe und -breite sowie die steigende Anbieterzahl stellten den interessierten Kunden jedoch vor neue Herausforderungen:

“Wo kann ich das gewünschte Produkt kaufen? Und wo bekomme ich den besten Preis?”

Auf diese Fragen konnten spezielle Dienstleister eine Antwort bringen:Die Preisvergleiche.

Sie schafften Struktur ist das Chaos aus Produktdaten und -preise. Ihr Anspruch ist es, dem Suchenden einen großen Überblick über den Markt zu geben, zu zeigen, wo er das gesuchte Produkt zum günstigsten Preis bekommen kann.
Dem Shopbetreiber wiederum versprechen Sie das, was dieser dringend will: viele kaufwillige Interessenten.

Was sind Preisvergleiche?

Preisvergleiche sind Plattformen, die in ihren Datenbanken die Produktdaten vieler Onlineshops speichern. Nach einer Suchanfrage des interessierten Kunden zeigen sie dann, wo er diesen Artikel bekommen kann. Oft sind die Ergebnislisten aufsteigend nach Preis sortiert. Der günstigste Preis steht an oberster Stelle. In der Regel werden heute auch noch die Kosten für den Versand, die Bezahlmöglichkeiten des Shops und deren Kosten und auch die Lieferzeit angezeigt.

Preisvergleiche sind damit sogenannte Aggregatoren, also “Datensammler” und “Aufbereiter”, die dem Kunden zu seiner Suche einen möglichst breiten Überblick bieten wollen.
Im Falle von Produktsuchen sollen damit folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wo bekomme ich das Produkt?
  • Wieviel kostet es dort?
  • Wie schnell wird geliefert?
  • Wie kann ich bezahlen?
  • Was kostet der Versand?
  • Wie gut wurde der Artikel von Käufern bewertet?

 

Wie funktioniert eigentlich ein Preisvergleich?

Wie erwähnt, sammelt das Preisvergleichsportal die Produktdaten der Onlineshops über Produktdateien ein. Diese Dateien stellen die Onlineshops zur Verfügung. Sie enthalten in Listenform alle Angaben, die das Vergleichsportal benötigt oder fordert. Wie genau, das klären wir später.

Die Produktdaten liest der Preisvergleich nun ein und übernimmt sie in seinen Datenbestand. Bei vielen Anbietern werden die Artikel zusätzlich kategorisiert, so das der User neben der direkten Suchen nach Produkttiteln auch durch die Produktkategorien navigieren kann. Dies ist vor allen nützlich, wenn ihm der genaue Name des Produkts nicht bekannt ist. Damit ist die Basis gelegt, um Suchanfragen der User beantworten zu können.

Wenn der User dann, egal ob über die Suchfunktion oder die Kategorien zum gewünschten Produkt gelangt ist, zeigt der Preisvergleich neben Artikelinformationen, Bewertungen und Bild(ern) die Shops an, die diesen Artikel führen. Dazu den jeweiligen Verkaufspreis des Shops.

Ausserdem werden in der Regel auch die Kosten für den Versand, die Bezahlmöglichkeiten + deren eventuelle Kosten und die Lieferzeiten angezeigt.

Einige Preissuchen stellen auch die Shopbewertungen von anderen Onlineshops dar bzw. haben eigene Bewertungssystem und zeigen diese dem User an. Auch Beschreibungen werden aus den Angaben mehrerer Shops kombiniert. Bei den führenden Preissuchmaschinen entsteht durch die Aggregation der Daten in Verbindung mit redakionieller Aufbereitung eine oft vollumfängliche Produktdarstellung. Daraus resultieren im nächsten Schritt auch gute Suchmaschinenpositionen der Preissuchmaschine.

Um zu erkennen, welche Shops den entsprechenden Artikel führen, nutzen die Preissuchen vorrangig die EAN (European Article Number) und/ oder die Herstellerartikelnummer.
Diese sind einmalig und damit ein eindeutiges Signal für die Gleichheit der Artikel.
Liegen keine eindeutigen Artikelmerkmale vor wird der Artikel entweder solo gelistet oder es wird versucht, diesen über Mechanismen der Volltextsuche zu klassifizieren.

Größere Preissuchen haben für viele Artikel mittlerweile eine eigene Datenbasis, sodass die Produktinformationen (z.B. der Artikelname, das Bild oder die Beschreibung) die Sie übergeben, gar nicht online erscheinen.

Hat sich der User für ein Angebot entschieden, kann er über einen Link in den entsprechenden Onlineshop navigieren. Damit hat die Preissuche dem Shop einen User geliefert und kann dessen Klick abrechnen.

Gibt es kostenlose Preisvergleiche?

In den Anfängen des Internets und des E-Commerce gab es einige Anbieter, die ihre Dienste kostenlos zur Verfügung stellten. Prominentester Dienst war Google Shopping, damals noch unter den Namen “google Base” oder “Froogle” bekannt.

Für den Shopbetreiber fielen weder Klickkosten noch Provision an.

Heute dürfen Sie ruhig skeptisch sein, wenn eine Preissuche mit kostenloser Listung wirbt. Ob von dort überhaupt bzw. nennenswert Traffic kommt ist eher fraglich. Kostenlos im Bezug auf Preisvergleiche können Sie als Händler im Grunde mit “umsonst” gleichsetzen.

Da auch Preisvergleiche vor der Herausforderung stehen, User auf ihre Website zu locken, können Kosten für Marketingmaßnahmen und Werbung anfallen. Hinzu kommen Gebühren für Webserver und Domains. Und am Ende des Monats sollen sicher auch ein paar Euro Gewinn übrig bleiben, wenigstens wohl eine kleine Aufwandsentschädigung.

Und das bringt uns zu folgenden Frage:

Wie finanzieren sich Preisvergleiche?

Aus den oben genannten Gründen ist es Stand heute so, das es keine erfolgreichen(!) Preisvergleiche im deutschsprachigem Raum mehr gibt, in denen Shops ihre Produkte kostenlos listen lassen können.

Zur Finanzierung der Services der Preisvergleiche hat sich eine Mischfinanzierung aus Kosten pro Klick (CPC), Grundgebühren und sonstige Werbeeinnahmen durchgesetzt.
Für Sie als Shopbetreiber heißt das, Sie zahlen für die Listung Ihrer Produkte pauschal (Setupgebühr und/ oder monatliche Grundgebühr) und/ oder für jeden User den der Preisvergleich durch einen Klick auf Ihr Produkt vermittelt ( Abrechnung auf CPC-Basis ).

CPC steht für Cost per Click. Jedes mal, wenn ein User auf einen Ihrer Produktlinks klickt,stellt Ihnen dafür der Preisvergleich einen gewissen Klickpreis in Rechnung. Als Gegenleistung erhalten Sie einen Interessent in Ihren Shop geliefert.

Abgerechnet wird der Service in der Regel monatlich rückwirkend. Sie erhalten also am Anfang des Monats die Rechnung für die vermittelten Interessenten des Vormonats. Einige Preisvergleiche verfolgen ein anderes Abrechnungssystem: das PrePaid-Prinzip. Sie laden dort ein Guthaben auf Ihr Konto und dies wird dann mit jedem Klick belastet, bis es aufgebraucht ist. Sie erhalten dann entweder eine Rechnung zugeschickt oder Ihre hinterlegte Kreditkarte wird mit einem vereinbarten Betrag belastet.

Aber auch durch Displaywerbung fließen der Preissuchen noch einige Taler in die Kasse: dem User wird dann neben den Suchergebnissen noch Werbung in Form von Bannern,Textanzeigen und/ oder bezahlten Produktanzeigen angezeigt.

Über diesen Einnahme-Mix finanzieren sich Preisvergleiche meist so gut, das davon viele Mitarbeiter, größere Geschäftsführungen und Investoren bezahlt werden können. Allerdings trifft dies nur für wenige Preisvergleiche, wie idealo, billiger oder ladenzeile zu. Daneben gibt es einen gesunden “Mittelstand”, der ein paar Leute gut satt macht. Und dann gibt es nicht wenige Preisvergleiche, die für Marketingagenturen oder Dienstleister ein Zubrot sind und nebenbei für ein paar Euro zusätzlichen Jahresumsatz sorgen oder als Hobbyprojekt betrieben werden.

Wie hoch sind die Kosten für Shops?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten, denn die Kosten die von den Preisvergleichen ausgerufen werden, variieren.
Größtenteils rechnen die Portale auf CPC-Basis ab, also pro Klick/ Weiterleitung in den Shop wird ein gewisser Betrag fällig. Dieser liegt zwischen ein paar Cent ( 8 oder 10 Cent gibt es noch im Angebot) bis hin zu 30 und mehr Cent bei den Branchengrößen bzw. sehr speziellen Anbietern mit einer vermeintlich sehr gut passenden Zielgruppe. Manche Portale verlangen eine zusätzliche monatliche Grundgebühr, andere verlangen ausschließlich eine feste Monatsgebühr, Klicks sind dann für den Shopbetreiber kostenfrei.
Diese beiden Modelle sind jedoch äußerst selten anzutreffen, genau wie die Abrechnung auf CPO-Basis (Cost-per-Order), also das nur für die tatsächlich vermittelten Verkäufe eine Provision an das Portal fällig wird.

Die Kosten sind das eine, sollten aber nie allein betrachtet werden. Wichtig als Kennzahl für die Betrachtung eines Portals ist der ROI, der Return On Investment, also was ich unterm Strich mit meinem Marketing in der jeweiligen Preissuche verdiene. Verdiene, nicht umsetze! Und da kann es auch Sinn machen, sich in Portalen zu engagieren, die auf nüchternen Magen betrachtet vielleicht “horrende” Klickpreise aufrufen aber am Ende mit einer fantastischen Conversion Rate richtig Gewinn bringen.

Sind die Abrechnungen der Preissuchen immer transparent und korrekt?

Selbstverständlich! Und der Papst ist in 2. Ehe glücklich verheiratet!
Aber ernsthaft, die Abrechnungen sind oftmals Anlass für Fragen.
Wenn Sie ein Tracking nutzen, um den Traffic aus Preissuchen zu erfassen, dann gibt es sehr oft Abweichungen, zwischen den Klicks, die Ihr Tool misst und dem, was die Preissuche abrechnet. In der Praxis haben wir teilweise Differenzen von über 30% festgestellt.

Wichtig ist es deshalb, und gerade darum, jedes Portal einzeln in den Statistiken zu erfassen und genau zu tracken.

Listen Preisvergleiche alle Onlineshops und Angebote?

Nein. Es gibt wohl sicher keinen Preisvergleich, der mit Sicherheit behaupten kann, alle online angebotenen Produkte, alle Onlineshops in seiner Datenbank zu haben und durchsuchbar zu machen.
Mit fast allen Preisvergleichen müssen Sie einen Vertrag abschließen.
Da das nicht jeder Shopbetreiber möchte und es doch nicht wenige Shops gibt, die auf ein Produktmarketing in Preisvergleichen verzichten bzw. nur einige spezielle Portale nutzen, haben Sie bei der Suche auf Preisvergleichsportalen immer nur einen Ausschnitt des Marktes und der verfügbaren Angebote.

Finde ich mit einem Preisvergleich garantiert das günstigste Angebot?

Ein ganz klares “Vielleicht”.
Denn wie bereits beschrieben, sind eben in der Regel nicht alle Shops, die den gewünschten Artikel führen, auch im Preisvergleich vertreten. Vielleicht weil sie nicht gelistet werden wollen, Ihnen die Kosten für diesen Marketingkanal zu hoch sind oder sonstige Gründe für sie dagegen sprechen. Und vielleicht führt ja einer dieser nicht im Preisvergleich vertretenen Shops den gesuchten Artikel vorrätig oder günstiger oder zu besseren Versand- oder Zahlungskonditionen.
Ein Preisvergleichsportal bilden eben nur den Marktteil ab, der mit ihm einen Vertrag hat, und seine Produkte für den Preisvergleich im geforderten Format zur Verfügung stellt, so also den Weg in den Datenbestand des Preisvergleichs findet.
Einen 100% Marktüberblick werden Sie wohl bei keinem Preisvergleich finden.

Welche Preisvergleiche gibt es?

In Deutschland bzw. dem deutschsprachigem Raum gibt es unzählige Preisvergleiche und Produktsuchen, die wenigsten davon aber sicher kaum relevant für Ihr Marketing. Nicht wenige nutzen die Datenbasis größerer Anbieter wie become oder shopping.de oder shopping.com, andere sind keine “echten” Preisvergleiche, sondern nutzen die Amazon-API, sind also eher eine Amazon-Produktsuche.

Einen Überblick über die wichtigeren Preisvergleiche, bei denen ein annehmbarer Traffic zu erwarten ist, finden Sie hier: https://www.shopcockpit.com/de/schnittstellen/.

Dort finden Sie die Portale, die unsere Kunden nutzen, in der Auswahl ist von “sehr stark” bis “naja, geht grad noch so” alles vertreten.

Welcher Preisvergleich ist der Beste?

Gute Frage, das wüssten wir auch gern :-) . Wenn es um den gelieferten Traffic geht, dann sind das die großen Portale, wie zum Beispiel idealo.de, billiger.de, Google Shopping oder auch become.eu mit seinem Netzwerk.

Da die Anzahl der Klicks aber nicht der Maßstab für die Qualität eines Preisvergleichs sein sollte, sondern eher die Conversion Rate ( CR ) oder auch der Return in Investment ( ROI ), die Retourenquote, die Warenkorbgröße, der Supportaufwand, gilt auch hier die Aussage: Masse ist nicht automatisch Klasse.

Der Erfolg hängt neben der Qualität des Traffic, den das Preisvergleichsportal liefert, eben auch von Faktoren in Ihrem Shop ab. Von der Qualität der Produktdaten, wie Text und Bild, der Aufmachung Ihres Shops, wie einfach Sie den Bestellvorgang gestaltet haben, das Rückgaberecht und ähnliches.
Und somit bleibt tatsächlich nur der eigene Test, um die Frage nach dem Besten Preisvergleich für sich zu beantworten.

Welche Conversion-Rate liefern Preisvergleiche?

Und die Antwort auf diese Frage überrascht uns auch immer wieder.
Der User ist ja im Grunde bereits im Preisvergleich gut informiert, hat sich vor seiner Suche mit dem gewünschten Produkt wohl schon beschäftigt und hat auf dem Preisvergleich eigentlich alle relevanten Informationen wie:

  • die Produktinformationen
  • ein oder mehreren Bilder
  • den Preis des Produktes
  • die Verfügbarkeit/ Lieferzeit
  • die Bezahlmöglichkeiten nebst deren eventuelle Kosten
  • die Versandkosten

 

zur Verfügung.

Wenn er nun in den Shop wechselt, sollten eigentlich bezüglich des Artikels kein größeren Fragen mehr aufkommen. Und da der User sicher auch eine gewisse Toleranz gegenüber nicht 100% optimalen Checkout-Prozessen in einem Shop hat, sollten wir doch annehmen, das die Besucher die von den Preisvergleichen vermittelt werden, ganz hervorragend konvertieren, also in der Mehrzahl zu Käufern und Kunden werden.

Dem ist in der Regel aber nicht so.

Auch das Marketing in Preisvergleichen schafft in der Regel CRs zwischen Null-Komma-Irgendwas und 5%. Das sind keine bauchgefühlten Daten, wir arbeiten seit mehr als 10 Jahren in diesem Bereich und durften mit unseren Lösungen CSV Maker und ShopCockpit die Statistiken mehrerer hundert Shops unterschiedlichster Größe und aus den verschiedensten Warenbereichen beobachten.

Vereinzelte Ausreißer nach oben ausgenommen, sollten Sie keine Conversionrate über 2-3% erwarten.

Wie gewinnen Preisvergleiche ihre User?

Auf dem gleichen oder sehr ähnlichen Weg wie Sie es für Ihren Shop tun, durch

  • Suchmaschinenoptimierung (SEO)
  • Anzeigen in Suchmaschinen (SEA)
  • Werbung und Seiten in Sozialen Netze (Social Media)
  • Werbung auf anderen Websites

 

Einige größere, umsatzstarke Portale werben z.B. auch im Fernsehen, auf Plakaten, in Apps oder überall dort, wo die Zielgruppe vermutet wird.

Auch Preisvergleiche stehen im Internet im Wettbewerb untereinander, denn es gibt nicht wenige Preisvergleichsportale. Dazu kommen Markplätze wie Amazon oder Rakuten, natürlich die Onlineshops und diversen anderen Seiten, wie z.B. Testberichts-Seiten oder Verbraucher- und Meinungsportale.

Genau wie für Ihren Shop ist es ein Ziel der Preisvergleiche, eine Marke zu werden.
Der Idealfall ist sicher, das die User, wenn Sie nach einem Produkt suchen, direkt auf den Preisvergleich XY gehen. Das funktioniert für einige große auch, idealo oder auch billiger sind hier sicher zu nennen.
Aber auch diese Portalen müssen trotzdem auch bei Suchmaschinenanfragen gefunden werden (SEO und SEA).
Denn nur ein trafficstarker Preisvergleich, der relevante Besucher in den Onlineshop liefert, wird diesen auch langfristig an sich binden und an ihm verdienen.

Und allein aus dieser Aufgabenstellung und den damit verbundenen Anstrengungen und Ausgaben, egal ob für Personal oder Marketing, lassen sich Preisvergleiche heute im Grunde nicht mehr kostenlos anbieten.

Wie kann ich als Shopbetreiber meine Produkte im Preisvergleich listen lassen?

Gehen wir einmal davon aus, das Sie Produkte verkaufen, die dem geltenden Recht entsprechen und die der jeweilige Preisvergleich nicht ausschließt (kommt manchmal bei Erotikprodukten vor), dann melden Sie sich auf dem Portal an bzw. kontaktieren dort den Vertrieb.
Sie werden dann die Zahlungs- und Abrechnungsmodalitäten erfahren und gegebenenfalls einen Vertrag mit dem Preisvergleich abschließen. Wenn alle bürokratischen Fragen geklärt sind, kann es an die technische Integration gehen, oder einfacher ausgedrückt: Sie stellen dem Portal die Produktdaten zur Verfügung.
Die Portale wollen Ihre Daten in der Regel in Form einer CSV- oder auch XML-Datei zur Verfügung gestellt haben.
Wie genau diese Datei jeweils aussehen muss (ja, jedes Portal hat da seine eigenen Vorgaben) erfahren Sie auf der Website des Portal oder vom Support.

Ihre Aufgabe ist es nun, die Artikeldaten entsprechend sauber aufbereitet zur Verfügung stellen. Die Importer der Portale sind alles andere als flexibel und wenig fehlertolerant. Ihre Produktdatei muss 100% passen, nur so können die Daten verarbeitet werden.

Wenn Ihr Shopsystem keinen passenden und flexiblen Export für das gewünschte Portal anbietet (was eher die Regel als die Ausnahme ist), dann bleibt Ihnen

  • der Auftrag an Ihren Programmierer
  • ein Modul/ Tool zu nutzen.

 

Ist auch diese Hürde genommen und eine korrekte Produktdatei liegt auf Ihrem Server bereit, kann sie vom jeweiligen Portal abgerufen und verarbeitet werden. Stimmen die Daten in der Produktdatei (hauptsächlich Preis und Lieferzeitangaben und Lieferkosten) mit den Angaben in Ihrem Shop überein, dann gehen Ihre Artikel auf dem Portal live und werden bei den passenden Suchanfragen auch angezeigt.

Wie oft aktualisieren die Preisvergleiche meine Produktdaten?

Das ist sehr unterschiedlich. Genauere Angaben macht Ihnen sicher der Support des jeweiligen Portals. Die großen, professionellen Portale aktualisieren den Datenbestand alle paar Stunden. Kleinere Anbieter mit einer vielleicht nicht ganz so professionellen technischen Basis oder den nötigen Ressourcen eventuell nur einmal am Tag oder alle paar Tage.

Laut Gesetz ( siehe hier ) sind Preisvergleiche und Shops aber dazu angehalten, das die Daten identisch sein müssen, Angaben zu Preis, Verfügbarkeit und Versand müssen sowohl im Shop als auch im Preisvergleich übereinstimmen.
Um rechtliche Probleme zu vermeiden sind die Portale schon in gewisser Weise gezwungen, den Datenbestand aktuell zu halten und relativ kurze Updatezyklen zu fahren.

Muss ich immer der Günstigste sein um Kunden über Preissuchen zu bekommen?

Nein, das muss Ihr Angebot nicht sein. Denn neben dem Produktpreis spielen auch die Gesamtkosten, also eventuelle Versandkosten und/ oder Auf- bzw. Abschläge für Bezahlarten eine Rolle, die Verfügbarkeit und Lieferzeit ebenso. Und nicht zuletzt sind es auch die positiven Erfahrungen und Bewertungen anderer Kunden, die den User in Ihren Shop klicken lassen, obwohl Ihr Angebot vielleicht nur Platz 3 oder 4 im Preisvergleich belegt.

Einen starken Anteil des möglichen Traffics werden sicher die ersten Plätze im Preisvergleich einnehmen. Wenn der von Ihnen (aus kaufmännischer Sicht vertretbare) niedrigste Preis dann eventuell trotzdem nur der 4.Beste ist, dann sei das so. Verfahren Sie nicht nach dem Motto “Lieber ein Minus-Geschäft als gar kein Geschäft”.

Es gibt jedoch Ausnahmen: den besten Preis anzubieten, selbst wenn dabei kein Gewinn bleibt oder gar Verlust entsteht, das kann in einigen Fällen Sinn machen. Es gibt Shops, die diese Strategie fahren und dann über Cross- und Upselling im Shop diese Unterdeckung bei dem Produkt auszugleichen versuchen. Auch für die Markenbildung oder Stammkunden-Akquise wird diese Verfahrensweise eingesetzt.
Ob das eine Option ist und funktioniert, dazu können und wollen wir keine Aussage treffen.
Das muss jeder Shopbetreiber selbst austesten.

Werden aus Kunden die über Preissuchen kommen Stammkunden?

Eine der uns tatsächlich am häufigsten gestellten Fragen. Eine verlässliche und gar generelle Antwort kann es da sicher nicht geben.
Grundsätzlich, das haben jetzt mehr als 10 Jahre Feldstudie gezeigt, sind Kunden die über Preisvergleiche kommen eben daran interessiert, zu sparen, zum günstigsten Preis zu kaufen.
Und wenn dieser User das einmal so getan hat, dann wird er wahrscheinlich immer wieder einen Preisvergleich vor einem Kauf anstellen.
Insbesondere im Technikbereich und bei langlebigen Wirtschaftsgütern ist es sicher schwerer aus diesen Kunden Stammkunden zu machen.
Bei Produkten, die häufiger gekauft werden müssen, wie z.B. Tierfutter ist die Chance größer.
Entscheidend ist sicherlich, wie der Shop sich dem Kunden darstellt, wie das after-sale-Marketing arbeitet.
Grundsätzlich würde ich aber raten, einen geringeren Prozentsatz für die Kunden zu kalkulieren, die zu Stammkunden werden. Sicher ein Punkt, der in den Planungen für die Kosten/ Kunde im Marketingbudget eine Rolle spielt.

Fazit:

Preisvergleiche und Produktsuchmaschinen können effektive und erfolgreiche Partner im Marketing sein, denn Sie haben das, was der Shop will: kaufwillige Kunden, die Interesse an seinen Produkten haben.

Je nach Zielgruppe und Produktsortiment kann es zur Pflicht gehören, in den entsprechenden Preisvergleichen vertreten zu sein. Grundsätzlich entscheidet das natürlich jeder Händler für sich. Je nach eigener Markenstärke, Sichtbarkeit in den Suchmaschinen (Stichwort SEO) und anderen Marketingaktivitäten kann das Produktmarketing in Preisvergleichen einen signifikanten, zumindest aber einen guten Anteil am Besucherstrom / Umsatz / Gewinn beitragen.

Wichtig ist für jedes Portal ein Tracking zu nutzen. Sie erhalten dadurch umfangreiche Statistiken und können damit die Erfolge oder auch fehlenden Erfolge der Portale erkennen, vergleichen und zuordnen.

Wichtig sollten auch flexible Anpassungen an den jeweiligen Exporten sein. Eingrenzungen nach Preisen, nach Lagerbeständen oder auch das Herausfiltern bestimmter Artikel oder Artikelgruppen sollten möglichst einfach einzustellen sein.

Dieser Text gibt Auswahl der uns am häufigsten gestellten Fragen zu Preissuchmaschinen wieder.Wir werden weiter wichtige Infos zu Preisvergleichen zusammentragen und diese dann hier veröffentlichen. Wenn Ihnen eine Frage auf den Nägeln brennt, denn senden Sie uns diese zu (info@shopcockpit.com). Wir werden uns bemühen, darauf eine kluge Antwort zu finden.

Ronny Wangelin ist Gründer und Entwickler des ShopCockpit und Geschäftsführer der ShopCockpit UG. Seit 2000 aktiv im eCommerce aktiv mit eigenem Shop, später zusammen mit Alexander Hupe mit eigener eCommerce-Agentur. Für das Onlinemarketing für Onlineshops und hier speziell das Produktmarketing in Preisvergleichen und auf Marktplätzen ist Ronny Ihr Experte.